Was bringt eine Paartherapie wirklich?

Gefragt am 05.02.2013 von Amethyst
 

Hallo Leute, hat jemand von euch schon Mal eine Paartherapie gemacht? War sie nützlich?

Hintergrund:
Ich bin wieder mit meinem Ex zusammen. Die Beziehung war sehr problematisch, da wir sehr gegensätzliche Typen sind. Viele Aussprache-Versuche sind gescheitert. Allerdings habe ich das Gefühl, dass die letzte Aussprache tatsächlich was gebracht hat. Also haben wir uns darauf geeinigt, eine Paartherapie zu machen, daher die Frage.

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19 Antworten

  1. Beantwortet am 05.02.2013 von Barney4505
    24 Jahre alt

    Ich entschuldige mich mal schon vorher. Aber selber Schuld, wenn du zweimal den gleichen Fehler machst. Es gibt einen Grund, warum ihr euch getrennt habt und dieser Grund löst sich nicht in Luft auf. Menschen ändern sich nicht, das ist ein Trugschluss. Ich weiß genau, dass diese Behauptung gleich zerissen wird. Aber bevor ihr anfangt, denkt nochmal nach von welchen Änderungen eigentlich die Rede ist. Es geht nicht um die offene Zahnpasta Tube oder den Spuckrest in der Weinflasche. Es geht um den Grund, der zur Trennung führte. Und glaubt mir, der verschwindet nicht. Man kann ihn absichtlich übersehen, aber er ist trotzdem immer da.
    Achso… von Paartherapie hab ich keine Ahnung, c’mmon ;)

  2. Beantwortet am 05.02.2013 von Amethyst
    2014 Jahre alt

    @ Barney
    Ein Trennungsgrund wurde bereits beseitigt und der zweite war, das er unsere Probleme immer zerredet hat statt darüber zu reden und gemeinsam mit mir eine Lösung auszuarbeiten…

  3. Beantwortet am 06.02.2013 von wildesding
    43 Jahre alt

    sorry, aber das klingt als hätte er nichts anderes gefunden.

  4. Beantwortet am 06.02.2013 von friends50
    45 Jahre alt

    Von Paartherapie habe ich auch keine Ahnung.
    Aber Freunde von mir haben sich jetzt nach fast 30Jahren getrennt.
    Und gehen zu einer Beratung.
    Der Grund der Trennung ist bekannt. Sie wollen für sich einfach nur rausfinden, wie es dazu kommen konnte.
    Für beide steht fest, das ihre Beziehung vorbei ist.

  5. Beantwortet am 06.02.2013 von Arvena
    45 Jahre alt
     / FriendScout24 Pseudonym: Arvena

    Es hängt wohl stark vom Berater ab.
    Das wichtigste bei einer Paartherapie ist meines Wissens, dass die Partner lernen zu zuhören was der andere zu sagen hat UND zu verstehen, was der jenige damit sagen wollte. Nur weil wir alle die selbe Sprache reden heisst es bekanntlich nicht, dass wir uns auch verstehen.
    Ob dann mit einer Paartherapie das Paar wieder zusammenfindet oder einen friedlichen Weg auseinander sei dahin gestellt.

    Bei mir und meinem EX war es so, dass ich nach einem Weg gesucht habe friedlich aus der Beziehung zu kommen – hat jedoch nicht geklappt.
    Unter anderem lag das wohl daran, dass mein EX, kaum hat er begriffen, dass ich das wirklich ernst meine, nicht mehr an den Treffen teilgenommen hat und sich schnurstracks eine Neue aufgerissen hat.
    Tja.
    Auch eine Variante.
    Wenn auch nicht gerade KleinKinderfreundlich….
    ;-)
    Toitoitoi jedenfalls in deinem Fall!

  6. Beantwortet am 06.02.2013 von
    2014 Jahre alt

    Amethyst, ich drücke Dir die Daumen, vielleicht klappts ja !

    ich habe jetzt keine Erfahrung mit Paartherapie, aber mit einem 2. Mal. Wieso braucht ihr einen Paartherapeuten, wenn ihr eigentlich schon wisst wo das Problem ist ? wieso sprecht ihr das nicht immer wieder an ? Es nicht immer ideal, wenn ein dritter noch dazumischt wenn das Problem eigentlich bekannt ist.

    Ich hätte das nicht gemacht, ich stimme Barney zu, Menschen können sich kaum verändern, und das ist jetzt sehr schwierig.

    Ich würde auch nicht fragen was eine Paartherapie bringt, das ist von Fall zu Fall wohl sehr unterschiedlich!

    Ich drück Dir die Dauem, toitoitoi !

  7. Beantwortet am 06.02.2013 von FritzTheCat
    2014 Jahre alt

    ….ich selbst hatte noch keinen Paartherapie aber eine befreundete Therapeutin bietet so etwas an. Sie meint, die Therapie sei dann erfolgreich, wenn das Paar gelernt hat, sich wirklich zuzuhören….

  8. Beantwortet am 06.02.2013 von friends50
    45 Jahre alt

    Und auch zu verstehen……………

  9. Beantwortet am 06.02.2013 von FritzTheCat
    2014 Jahre alt

    “Und auch zu verstehen……………”

    …wobei richtig Zuhören und nicht sofort abschalten oder ins Wort fallen bereits der erste Schritt zum Verstehen ist….

  10. Beantwortet am 07.02.2013 von AFireInside
    52 Jahre alt

    Ich kenne ein Pärchen, das hat auch den zweiten Anlauf gut überstanden nach einer Trennung von ein paar Monaten – sogar ohne Paarberatung – und das mittlerweile schon zig Jahre.

    Es kommt sicher auf den Trennungsgrund an…. manchmal wird die Trennung wenig durchdacht und hitzig nach einem Streit vollzogen. Und man merkt vielleicht erst später, dass es hätte nicht sein müssen, dass man sich eigentlich noch liebt, aber Probleme nicht ausreichend geklärt hat.
    Und das ist das Problem – die Kommunikation zwischen Mann und Frau… ist eben nicht so einfach.

  11. Beantwortet am 07.02.2013 von friends50
    45 Jahre alt

    So eine Paartherapie/Eheberatung ist wohl eine verdammt anstrengende Sache.
    Und meistens geht es dabei um das “Nicht-Reden” der Partner in der Beziehung.
    Und oft findet man Dinge über sich selbst heraus, die erschreckend sind, welche aber dazu beitragen können, den Grund für das Schief laufen der Beziehung zu finden.

  12. Beantwortet am 07.02.2013 von Amethyst
    2014 Jahre alt

    Zunächst einmal Danke für eure Antworten, Leute. :-)

    @ Mark
    Ich glaube kaum das wir die Beziehung ohne professionelle Hilfe hinbekommen. Er versteht einfach nicht, was mir wichtig ist. Bei den zahlreichen Versuchen es ihm zu erklären, habe ich mir unzählige imaginäre Beulen geholt…

  13. Beantwortet am 07.02.2013 von wildesding
    43 Jahre alt

    … ich bin gespannt, ob ihr es schafft!
    alles gute!

  14. Beantwortet am 07.02.2013 von Amethyst
    2014 Jahre alt

    Danke, wildes. Ich bin selbst gespannt, ob es diesmal anders läuft. Diese Beziehung ist ein echtes Drama!

  15. Beantwortet am 08.02.2013 von Bijou
    2014 Jahre alt

    Hallo Amethyst! ;-) Also ich finde es toll von ihm, wenn er diese Paartherapie freiwillig mit Dir machen möchte. Das würde sicher nicht jeder Mann machen. Ob es wirklich etwas bringt, davon kannst Du uns ja später mal berichten, denn die meisten von uns haben sowas wohl noch nie ausprobiert. Ich auch nicht.

    Du schreibst, die Beziehung ist ein echtes Drama. Wir wissen natürlich nicht, was genau bei Euch los ist und wir kennen Euch ja auch nicht. Schwierig Dir da etwas zu raten. Aber was kannst Du schon verlieren? Scheinbar mögt Ihr Euch ja immernoch sehr und mehr als sich dann nochmal trennen, wenn es wirklich wieder nicht funktioniert kann ja auch nicht passieren, oder? Dann solltet Ihr allerdings besser schon vernünftig sein und einsehen, daß es einfach nicht passt. Aber bis dahin, genießt die Zeit zusammen und berichte doch mal wieder, wie es bei der Paartherapie war und ob sie etwas bringt.

    Ich drücke Dir die Daumen, daß es es bald weniger dramatisch ist. Schön wärs ja. Alles Gute.

  16. Beantwortet am 08.02.2013 von Amethyst
    2014 Jahre alt

    Danke Bijou, werde ich machen.
    Das wird bestimmt eine interessante Erfahrung werden. :-)

  17. Beantwortet am 11.02.2013 von William
    38 Jahre alt
     / FriendScout24 Pseudonym: RufusH

    Hallo Amethyst! Ich selbst habe auch schon eine Paartherapie in meiner letzten Beziehung gemacht. Der Paarbeziehung hat es nicht viel genützt aber dafür mir selbst. Ich habe dabei herausgefunden, was ich wirklich will und was nicht. Ich konnte auch einiges reflektieren, was in unserer Beziehung nicht gut gelaufen ist. Letztlich hat es dazu geführt, dass wir unsere Beziehung noch rechtzeitig beenden konnten und sie in keinen Rosenkrieg geendet hat. Es ist sehr wichtig, dass man lernt los zulassen, von alten Gewohnheiten, von Idealbildern und vor allen von Verletzungen. Nur dadurch gelingt es einem, etwas erfolgreich zu beenden oder vielleicht fortzuführen. Ich glaube es kommt nicht darauf an ein Paarbeziehung so lange wie möglich, wenn es geht ein Leben lang, fortzusetzen. Vielmehr ist es wichtig, dass man sein Leben mit Menschen verbringt, die man liebt und respektiert. Es kann der Partner sein, es können aber auch die Kinder, die Eltern oder Freunde sein. Man kann Leid und Schmerz nicht vermeiden und auch eine Paarbeziehung hat Höhen und Tiefen. Man kann aber vermeiden, dass man die gleichen Fehler mehrmals begeht bzw. dass man sich seine „Hölle auf Erden“ schafft. Manchmal haben Beziehungen oder Ehen leider diese Qualitäten. Aber daraus kann man sich nur selbst befreien. Aber es gehört schon Mut und die nötige Erkenntnis dazu, die Veränderung zu wagen und eine Paartherapie ist oft ein erster Schritt zu dieser Erkenntnis.

  18. Beantwortet am 11.02.2013 von William
    38 Jahre alt
     / FriendScout24 Pseudonym: RufusH

    Hallo Amethyst, vielleicht noch ein Anmerkung zu Deiner Situation. Dass ihr wieder zusammen seid ist ok und dass ihr zusammen jetzt diese Therapie macht zeigt, dass Ihr beide Willens seid an Euch zu arbeiten und etwas für diese Beziehung zu investieren. Eigentlich ist eine wiederbegonnene Beziehung gar nicht so verkehrt, da nun beiden bewusst ist, dass solch eine Beziehung auch schnell wieder in die Brüche gehen kann und man weiß so ungefähr, wo die Probleme liegen. Diesen Problemen auf den Grund zu gehen ist, dann das eigentliche Stück Arbeit. Eine gute Form ist dafür eine Paar-Therapie mit Einzelsitzungen. Die ist zwar etwas aufwendiger und teurer aber sie ist sehr effektiv. Denn viele Problem in der Partnerschaft, haben oft mit einem selbst zu tun, mit früheren Partnerschaften oder der Herkunftsfamilie bzw. Kindheit. Diese Dinge aufzuarbeiten, gelingt am besten in Einzeltherapien, weil der andere Partner dabei eher als störend bzw. hemmend, auch für den Therapeuten, empfunden wird. Nach der Aufarbeitung sollte man die gewonnenen Erkenntnisse natürlich zusammen mit dem Partner besprechen. Oft ergänzt sich dann für den anderen das Bild und man versteht einige Zusammenhänge besser. Im Grunde ist aber eine Therapie, egal in welcher Form, förderlich und die Aussichten auf eine harmonischere Partnerschaft steigen dadurch.

  19. Beantwortet am 16.02.2013 von neugierige-sie
    40 Jahre alt

    Hallo Amethyst,
    ich halte es für eine richtige Entscheidung, es mit einer Paar-Therapie zu versuchen. So etwas ist immer förderlich, auch wenn ich die Art Eurer Probleme nicht kenne. Sicherlich kommt es auch darauf an, daß man eine geeignete Person dafür findet. Die Chemie zwischen allen beteiligten Personen muß passen und man sollte Vertrauen demgegenüber aufbauen können.
    Egal ob man es nun Ehe-Beratung, Coaching oder Paartherapie nennt. Sucht Euch eine passende Stelle, ob nun eine Institution wie ein Beratungs-Zentrum z.B. der Caritas (die bieten so etwas sogar kostenlos an) oder anderen solchen Verbänden oder einen Psychotherapeuten/in, den man im Falle der Paar-Beratung leider bezahlen muß. Einzel-Therapie kann man auch auf Krankenschein bekommen, wenn entsprechende Hintergründe vorliegen.
    Jedenfalls kann fast alles in dieser Richtung sehr hilfreich sein, man reflektiert bei so etwas sich selbst und die Situation viel besser. In gemeinsamen Gesprächen mit Begleitung kann man meistens vernünftiger miteinander reden, wenn es sonst alleine sehr schwierig ist. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß BEIDE wirklich offen dafür sind, sehr ehrlich sein können, echt gesprächsbereit sind, dort (dabei und danach) auch über Gefühle nachdenken können und es dann auch für ein weiteres Zusammensein umsetzen können, usw. Oder es hilft einem dabei, letztendlich zu erkennen, daß eine endgültige Trennung doch das Beste ist. Man darf sich nur nicht davon abschrecken lassen, wenn es auch ans “eingemachte” geht und man muß sich bewußt sein, daß es auch sehr tiefgründig werden kann.

    Ich habe leider die Erfahrung gemacht, daß sich Männer (viele, natürlich nicht alle) eher vor solcher professioneller Hilfe verschließen. Aber in dieser Richtung hat sich in den letzten Jahren auch viel getan. Inzwischen sind auch mehr männliche Wesen zu so etwas bereit und viele /einige können mehr tiefgründiger sein und selbstreflektierter denken. Leider gehörte mein Partner damals nicht zu denen, die in der Hinsicht schon so weit entwickelt waren. Mein Ex hat damals bei unserer ersten Trennung leichtfertig gesagt, er würde es machen, aber dann leider wieder einen Rückzieher gemacht, ehe es begonnen hatte. Deshalb hat dann unser zweiter Anlauf aber auch nicht geklappt, denn die ganzen alten Probleme waren ja nicht gelöst, sondern haben sich danach eher verhärtet.
    Ich habe daraufhin später nach der 2. und endgültigen Trennung eine Einzel-Therapie gemacht, um es zu verarbeiten. Zu dem Zeitpunkt war es noch schwieriger, denn ich hatte schon sehr unter alle dem gelitten und bin längere Zeit stark verletzt worden. Aus heutiger Sicht sehe ich es so, daß ich es bereue, mir nicht viel eher Hilfe gesucht zu haben, ob nun mit ihm gemeinsam oder dann eben statt dessen alleine, als er nicht bereit dazu war. Damals vor 10 Jahren habe ich es noch so gesehen, daß nur “richtig kranke” Menschen so etwas brauchen, und ich nur durchhalten muß. Ich wollte stark genug sein und glaubte, daß es mir noch nicht schlecht genug ging, eine Einzel-Therapie machen zu müssen. Aber auch für so etwas braucht man sich heutzutage nicht mehr schämen. Aufschieben und irgendwie weiter machen ist keine Lösung. Zu erkennen und sich einzugestehen, daß man Hilfe braucht, das ist die echte Stärke.
    Psychologische Beratung ist auf jeden Fall positiv zu sehen, auch wenn es heftig werden oder sein kann. Es hilft einem dabei, besser mit Problemen fertig zu werden oder über Trennungen hinweg zu kommen oder zu erkennen, wenn es Zeit ist loszulassen. Das ist ein schwieriger und leider oft langwieriger Prozess, den ich erst schmerzhaft lernen mußte.

    Ich kann allem was William geschrieben hat nur beipflichten, wirklich zu 100 %. Er scheint auch wirklich zu wissen, wovon er redet.

    Ich wünsche Euch jedenfalls viel Erfolg dafür und falls / wenn er nicht mitmacht, suche Dir ruhig Hilfe für Dich alleine, ehe Du erst richtig stark darunter leidest.
    Ich spreche aus eigenen leidvollen Erfahrungen, denn an den Folgen habe ich selbst heute nach inzwischen vielen Jahren jetzt noch zu kämpfen. Aber das könnte man nur verstehen, wenn man genau wüßte wie schwierig und kompliziert die ganzen Zusammenhänge bei mir sind, bzw. bei uns waren, denn dabei spielt auch noch ein gemeinsames Kind eine große Rolle.

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